Licht und Schatten

In der Landschaftsfotografie sind blauer, wolkenloser Himmel und greller Sonnenschein oftmals kein besonders erfreulicher Umstand. Ganz im Gegenteil: Wolken verleihen dem Himmel Leben und Dynamik. Hoch in den Bergen verfangen sie sich in den Gipfeln und liegen mal zerfetzt und zerstreut wie Zuckerwatte, mal in gigantischen, fast lebendig erscheinenden Gebilden über und zwischen den schroffen Gebirgszügen. Grelle Sonne wiederum provoziert extreme Kontraste – spitze Lichter und harte Schatten, die die feinen Nuancen und Details einer Landschaft oft verschlucken und gleichzeitig einzelne Aspekte im Übermaß hervorheben.

Diese Galerie ist ein Beispiel für die Ausnahme von der Regel – ein Brechen der klassischen Konvention. Nicht das Vermeiden harter Kontraste und greller Lichter steht hier im Mittelpunkt, sondern das bewusste Spiel mit ihnen. In den vom blendend hellen Sonnenlicht bestrahlten, gigantischen Gebirgsformationen der italienischen Alpen wird das Zusammenspiel extremer Kontraste nicht nur zum Inhalt, sondern selbst zum eigentlichen Motiv der Fotos.

Durch das Fotografieren isolierter landschaftlicher Details aus großer Entfernung mit langen Brennweiten zwischen 200 und 600 mm verschwindet zugleich jegliches Gefühl für die tatsächlichen Größenverhältnisse der abgebildeten Formationen. Hier und da lassen sich vereinzelte Bäume als Bezugspunkte erkennen, wer genau hinschaut, kann sogar winzige Spuren von Wildtieren entdecken. Doch wo jegliche Bezugspunkte fehlen, bleibt einzig und allein das abstrakte Zusammenspiel komplexer, undefinierbar großer Formen mit blendend hellen Lichtern und tiefschwarzen Schatten.

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Struktur und Symmetrie