Die Meere des Mondes
Ebenen aus erstarrter basaltischer Lava, die großteils gigantische Einschlagsbecken füllen
Es waren einmal vor langer, langer Zeit zwei in der Entstehung befindliche Planeten in der Frühphase unseres Sonnensystems, die sich ein wenig zu nahe gekommen sind. Und wumm!!! Es kommt zur Kollision. Einer der Himmelskörper wird fast vollständig zerstört, der andere bleibt erhalten. Zum Glück!
Denn aus ihm wurde unsere Erde.
Doch die gewaltige Kollision blieb nicht ohne Folgen. Gewaltige Mengen an Material haben sich von unserer jungen Erde gelöst. In der Erdumlaufbahn vereinigten sie sich über Gravitationskräfte mit weiteren Überbleibseln des explosiven Rendezvous - daraus entstand unser Mond.
Der Mond besteht also geologisch sowohl aus Gestein unserer Erde als auch aus Gestein jenes anderen Himmelskörpers (der Theia genannt wird). Doch das ist im Zusammenhang mit den Farben gar nicht das Entscheidende: Sehr viel wichtiger ist, dass die Geburt des Mondes mit einer großen Menge Hitze verbunden war.
Die ziemlich gewaltsame Geburt unseres Himmelsnachbarn und die enormen Temperaturen, die damit verbunden waren, führten dazu, dass der junge Mond zunächst von einem globalen Ozean aus Magma bedeckt war. Im Laufe der Zeit kühlte dieser stetig ab. Im Magma kristallisierten Minerale hoher Dichte und sanken nach unten, während Material mit geringerer Dichte nach oben stieg und schließlich eine Kruste bildete. Doch unterhalb dieser Kruste ging es noch über viele Jahrmillionen sehr heiß zur Sache. Der Mond war daher über eine lange Zeit vulkanisch aktiv!
Foto eines ehemaligen lunaren Vulkans, aufgenommen von der Lunar Reconnaissance Orbiter Camera (Bildrechte:NASA/GSFC/Arizona State University (LROC))
Nun kommen wir zu einem entscheidenden Aspekt unserer Geschichte. Auch nach seiner Entstehung blieb unser Erdtrabant nicht unbehelligt. Über Jahrmilliarden fing er sich einen Asteroideneinschlag nach dem anderen ein. Manche kleiner, manche größer - und manche sogar so groß, dass sie gigantische Einschlagskrater hinterließen. Innerhalb dieser besonders großen Krater war die Oberflächenkruste so stark geschwächt, dass dort im Laufe der Zeit Magma aus dem Inneren des noch immer vulkanisch aktiven Mondes durch Risse an die Oberfläche trat und in Form von Lava die Einschlagsbecken zu füllen begann.
Heute, viele Milliarden Jahre später, ist diese Lava längst kalt und zu Basaltgestein erstarrt. Doch wir können sie noch immer mit unseren bloßen Augen erkennen! Und zwar in Form der charakteristischen dunklen Flecken auf der Mondoberfläche - den sogenannten Mondmeeren (lat. Maria).
Bleibt die Frage: Was genau sehen wir hier denn eigentlich, was haben diese rätselhaften Farben zu bedeuten?
Zeit für einen kleinen Exkurs in die Entstehungsgeschichte unseres Himmelsbegleiters ...